Jeden Tag ein neues Abenteuer
Unser persönlicher Reiseführer für die Blumenriviera
Mit einem Kaffee auf Ihrer Terrasse
Die Sonne färbt die Terracotta-Fliesen warm, Meer und Rosmarin liegen in der Luft, und der erste Schluck Kaffee schmeckt nach Ruhe. Unten erwacht das Dorf langsam — ein Bäcker öffnet seinen Laden, Stimmen klingen über den Platz.
Zwischen Meer und Olivenbäumen stellen Sie sich die eine Frage: Was machen wir heute?
Ligurien spüren, leben, sich überraschen lassen
Ligurien hakt man nicht ab — man erlebt es. Diese geschwungene Küste liegt zwischen azurblauem Meer und dem bergigen Hinterland von Alpen und Apennin. Daraus entsteht ein einzigartiges Mikroklima: milde Winter, herrliche Sommer und immer diese salzige Brise.
Überall Kontraste: Steineichen und Olivenbäume vor rauen Felsen, ein Fischerhafen neben mittelalterlichem Städtchen, Markt unter uralten Türmen. Innerhalb weniger Kilometer wandern Sie vom Strand zum Bergdorf.
Der Reiz? Die Vielfalt. Morgens schwimmen in einer versteckten Bucht, mittags auf einem Dorfplatz, nachmittags zwischen Weinbergen. Jeden Tag aufs Neue: entdecken oder entschleunigen.
Santo Stefano al Mare — Zuhause
Unten auf der Via Roma, der Hauptstraße des historischen Zentrums, kommt das Leben sanft in Gang. Ein Gruß zwischen Nachbarn, Kinder auf dem Platz, ein Marktstand öffnet. Kein Lärm — Lächeln.
Santo Stefano lebt mit dem Meer, bleibt aber klein und echt. Enge Gassen, pastellfarbene Fassaden, ein Dorfplatz mit Musik, Kinderprogramm oder Kastanienfesten je nach Jahreszeit.
Wer aus der Wohnung tritt, steht mittendrin. Die Via Roma ist das Rückgrat: Händler, Cafés, Apotheke, Metzger, Supermarkt, Restaurants… Und direkt dahinter Steinmauern, die einst vor Piraten schützten, und eine Promenade mit Blick auf Fischerboote.
Die Pista Ciclabile ist zu Fuß erreichbar: eine ehemalige Bahntrasse, jetzt ein flacher, autofreier Weg am Meer — ideal für Rad, Spaziergang oder das Geräusch der Wellen.
Landeinwärts: Hügel, Weinberge und Kapellen mit Meerblick, manchmal bis Frankreich. Die alte Kirche Santo Stefano Protomartire bringt Ruhe.
Direkt neben dem Zentrum: Marina degli Aregai. Größer, moderner, mit Segelbooten und lebhaften Cafés. Aber der wahre Charme bleibt das alte Dorf, wo man unter Olivenbäumen mit frischem Fisch und herzlicher Gastfreundschaft speist.
Mit dem Rad an der Küste
Mehr als 40 km flacher, autofreier Fahrradweg an der Küste, auf einer alten Bahntrasse — Meerblick, Blumen, schattige Tunnel und frische Luft: die Pista Ciclabile ist zweifellos einer der schönsten Radwege Liguriens.
Von Santo Stefano al Mare fährt man in eine Richtung nach Sanremo über Riva Ligure, Arma di Taggia und Bussana. In der anderen Richtung über San Lorenzo al Mare, das charmante Porto Maurizio, Imperia bis Diano Marina.
Räder mietet man leicht bei Pedala… Pedala…, einem kleinen lokalen Verleih an der Via Roma. Normale Räder (ca. 15 €/Tag), E-Bikes (ca. 30 €/Tag), Kindersitze verfügbar.
Radfahren ist hier die schönste Art sich zu bewegen: kein Parkplatzstress, frische Luft, überall Aussicht. Für alle geeignet: flach, sicher, panoramisch.
Porto Maurizio — Ein Dorf wie ein Gemälde
Porto Maurizio fühlt sich wie eine Atempause an. Auf dem Kap über dem Meer steigen Gassen vorbei an alten Palazzi hinauf zum Parasio, dem historischen Herzen dieses stolzen Stadtteils von Imperia.
Zu Fuß entdecken Sie den Charme am besten: Steintreppen, Bögen, Blumen an Fenstern, Blick auf Meer und Berge. Drei kleine Aufzüge verbinden Hafen und Höhe, aber wer steigt, wird belohnt — Höhepunkt: die weiße Basilika San Maurizio.
Von dort führt die Passeggiata dell'Amore, ein romantischer Weg über dem Meer, mit Pinienduft und Schwalbenrufen.
Unten der Hafen: Fischerboote, elegante Yachten, kleine Sandstrände und Restaurants, in denen der Fisch noch nach Meer schmeckt. Hier isst man neben Einheimischen — einfach, lebendig, echt.
Sanremo — Eine Stadt voller Kultur
Sanremo, la Città dei Fiori, ist die lebendige Königin der ligurischen Küste. Zwischen Hügeln und Bucht blüht sie das ganze Jahr. Im März feiern Blumen und Tradition während des Corso Fiorito — bunte Parade durch das Zentrum.
Am Meer flaniert man die elegante Corso dell'Imperatrice entlang — Palmen, Art-Nouveau-Casino, Teatro Ariston (Heimat des Festival della Canzone Italiana). Wer shoppen oder stilvoll Kaffee trinken möchte, geht zur Corso Matteotti.
Oberhalb der Stadt La Pigna, das mittelalterliche Herz. Treppen, Bögen und Gassen führen zum Santuario della Madonna della Costa, mit Blick bis Frankreich. Unterwegs Wäscheleinen, alte Fassaden, die gotische San Siro. Belle-Époque-Villen und die russisch-orthodoxe Kirche erinnern an vergangene Größe.
Auch sportlich: Rad fahren auf der Pista Ciclabile, Wandern an Klippen, Golf zwischen Olivenbäumen. Im März endet hier der Klassiker Mailand-Sanremo.
Das ganze Jahr brummt die Stadt: Musikfestival, Blumenparade, Rallye, Konzerte, Gastronomie… Selbst der Teller blüht — mit gamberi rossi, pansòuti oder Risotto mit Blütenblättern. Egal ob für Kultur, Meer, Shopping oder Atmosphäre — Sanremo bleibt lange in Erinnerung.
Bussana Vecchia — Künstlerdorf wie aus dem Märchen
Von Santo Stefano schlängelt sich eine Straße zwischen Olivenbäumen und Kräutern hinauf nach Bussana Vecchia — ein Künstlerdorf auf dem Hügel, wo Ruinen und Kreativität zusammenleben.
Nach dem Erdbeben von 1887 verlassen. In den 60er-Jahren erweckten Künstler den Ort wieder zum Leben — Farbe, Musik, Atmosphäre. Heute ist es ein magischer Ort: überwucherte Gassen, offene Ateliers, Mosaike, Gedichte, Meerblick.
In der Ruine der alten Kirche — ohne Dach, aber voller Stimmung — finden im Sommer Konzerte unter den Sternen statt.
In unserer Wohnung hängen zwei Werke von hier, darunter eines mit Olivenbäumen. Ein kleines Stück Märchen, vom Hügel ans Meer mitgenommen. Bussana Vecchia vergisst man nicht.
Wandern — Zwischen Meer, Hügeln und Stille
Wandern rund um Santo Stefano al Mare ist ein Traum. Schnell ist man mitten in der Natur — Olivenhaine, Kapellen, Panoramen, kleine Dörfer mit langsamem Zeittakt. Die Routen sind vielfältig — von sanften Pfaden bis zu fordernden Berg-Runden.
Einige Empfehlungen:
- Runde zur Chiesa di San Giovanni dei Prati — 6 km, 2 bis 2,5 h, leichter Aufstieg, prächtige Aussicht, Picknickplatz bei einer Kapelle.
- Dolcedo — Laghetti di Lecchiore — 5,5 km, 1h45, frische Waldwege und natürliche Teiche.
- Monte-Faudo-Runde — 11 km, 4 h, anspruchsvoller Aufstieg mit Panorama über Berge und Meer.
- Badalucco und Umgebung — 6 km, 2 h, Oliventerrassen, Brücken und Flusspfade.
Die meisten Wanderungen finden Sie auf Komoot oder Outdooractive.
Triora — Das Dorf der Hexen
Landeinwärts, hoch im Argentina-Tal, liegt Triora. Das Meer ist weit; hier riecht es nach Wald, Holzfeuer und Geheimnissen.
Triora ist als Hexendorf bekannt. Im 16. Jahrhundert wurden hier Dutzende Frauen der Hexerei beschuldigt — ein dunkles, reales Kapitel, das in den Gassen und im alten Gerichtsgebäude nachhallt. Auf einem Dach wacht eine bronzene Katze: stolz, geheimnisvoll, unerschütterlich.
Aber Triora ist mehr. Der Ort atmet Stille, Natur, Staunen. Die Sicht auf die Seealpen ist beeindruckend, das Licht wechselt mit den Jahreszeiten. Im Museum und in Lädchen: Kräuter, Zauberbücher und Amulette — ein Traum für fantasiereiche Kinder.
Kein Massentourismus, sondern ein Ort zum Sich-Verlieren: zwischen Gewölben und Stadtmauern, in pilzreichen Wäldern, auf Handwerksmärkten. Triora ist eine Welt für sich.
Dolceacqua und das Tal aus Stein und Sonne
An der französischen Grenze liegt Ventimiglia, das Tor zum Nervia-Tal. Die Unterstadt brummt an Markttagen — Fisch, Gemüse, Kräuter, lebendiges Treiben. Wer hinauf nach Ventimiglia Alta steigt, findet eine stille Welt aus Treppen, Gassen, Loggien und uralten Kirchen.
Von Ventimiglia schlängelt sich die Straße landeinwärts, zwischen Weinbergen, Wäldern und Olivenhängen. Sie kommen nach Dolceacqua, vielleicht dem malerischsten Dorf der Gegend. Die mittelalterliche Brücke über die Nervia, das Castello dei Doria und die gestaffelten Häuser inspirierten Claude Monet zu seinem berühmten Wort: „ein Juwel aus Licht und Gleichgewicht." Probieren Sie den lokalen Rossese-Wein: würzig, leicht, überraschend.
Auf dem Hügel gegenüber Apricale, ein lebendiges Bilderbuch voller Fresken. Perinaldo, höher gelegen, mit offenen Aussichten und Sternenhimmel. Isolabona, unten im Tal, klein und gemütlich, mit Brücke, Plätzen und sommerlicher Langsamkeit.
Das Nervia-Tal ist keine Region des Spektakels, sondern der Details. Verwitterter Stein und sanftes Licht, Stille, Wein und Geschichten, die bleiben.
Dolcedo & Badalucco — Zwischen Olivenbäumen und Steinbrücken
Wer von Santo Stefano ins Hinterland fährt, findet Dörfer, deren Leben noch im Rhythmus der Jahreszeiten, des Flusses und des Olivenölduftes verläuft. Dolcedo und Badalucco sind keine Orte der Größe, sondern der Stille, Einfachheit und Schönheit im Detail.
Im Prino-Tal liegt Dolcedo, umgeben von Oliventerrassen. Sie spüren noch die Mühlen, das Wasser, das den Ort entstehen ließ. Sie spazieren an Bächen, Bogenbrücken und pastellfarbenen Häusern entlang. Die Kirche San Tommaso überrascht mit Barockpracht, auf dem Platz probieren Sie das lokale Olivenöl oder Trofie al Pesto.
Weiter westlich, im Argentina-Tal, liegt Badalucco. Auch hier Wasser, Rosmarin in der Sonne — gleiche Stimmung, aber rauer wirkendes Dorf. Fassaden tragen bunte Wandmalereien, Gassen winden sich an Treppen vorbei. Im September lebt alles auf zum Stoccafisso-Fest.
Abenteuer am Meer — vom Schnorcheln bis zum Wal
Die ligurische Küste ist nicht nur zum Ansehen — sie ist zum Erleben. Zwischen Santo Stefano und Arma di Taggia tausend Möglichkeiten aufs Wasser zu gehen — oder darunter.
Tauchen & Schnorcheln
Im Yachthafen Marina degli Aregai Schnorchelausrüstung mieten, Ausflüge oder Tauchkurse. Auch komplette Tauchausbildungen sind möglich — ruhiges, klares Wasser, professionelle Begleitung.
Boot mieten & Delfine beobachten
Für ein unvergessliches Erlebnis: ein Boot selbst mieten. Wir empfehlen Cantiere Nautico Riva Ligure fratelli Diurno in Arma di Taggia: freundlich, klare Preise (ca. 200 € für einen Nachmittag in der Hochsaison, ohne Führerschein). Unterwegs Felsküste, Buchten, offenes Meer — mit Glück Delfine, sogar Wale. Diese Region gehört zum Meeresschutzgebiet Santuario dei Cetacei.
SUP & Tretboot
Am Strand Il Vascello in Santo Stefano: SUP, Tretboot oder Kajak ausleihen. Perfekt für eine Stunde aufs Wasser — ideal mit Kindern.
Ligurien schmecken — pur, lokal, mit Liebe
In Ligurien isst man nicht nur gut — man isst echt. Frisch, ehrlich, voller Geschmack: ein Teller trofie al pesto, ein Stück frische Focaccia am Meer. Alles dreht sich um die Einfachheit guter Zutaten: Fisch, der noch nach Meer schmeckt; Olivenöl aus dem Tal; sonnige Tomaten.
Wer gerne selbst kocht, findet im Dorf alles: Gemüseladen mit saisonalen Produkten, kleinen Tante-Emma-Laden, Metzger. Wer mehr will: Markt in Sanremo. An Markttagen lebendige Atmosphäre — Fisch, Käse, Kräuter, Blumen, Oliven in Hülle und Fülle.
Sie müssen aber nicht selbst kochen. In Santo Stefano gibt es mehrere gute Lokale. La Baia Azzurra serviert herrliche Fischgerichte direkt am Strand. Bei Il Vascello sitzen Sie sommers mit den Füßen im Sand, winters in transparenten Glaskuppeln mit Meerblick.
Zwischendurch ein Eis — bei Mani, einer absoluten Empfehlung. Hier handgemachtes Eis, exzellenten Kaffee, schöne Patisserie und einen stilvollen Aperitif am Nachmittag. Ein Glas Prosecco mit hausgemachten Häppchen — alles frisch, sorgfältig, mit Lächeln serviert.
Für Shopping-Liebhaber
Shoppen geht hier entspannt. In Diano Marina, Imperia und Sanremo finden Sie hübsche Läden — Boutiquen, lokale Spezialitäten, Modegeschäfte, Kunsthandwerk. Ideal für einen ruhigen Nachmittag.
Mehr — für Abenteurer
Klettern (erfahrene Kletterer)
Nahe Monte Faudo und in den Tälern um Ventimiglia: Routen auf Kalkstein. Bekannte Orte: Sparavecchia, Gebiet um Caravonica.
Baden in Flussbecken
Um Badalucco und Dolceacqua natürliche Badestellen wie die kleinen Wasserfälle bei der Passerella del Santuario und kühle Becken entlang der Nervia.
Mountainbiken
Die Route Dolceacqua — Monte Faudo bietet anspruchsvolle Anstiege, technische Sektionen und Panorama. Ab Badalucco Singletracks durch Olivenhaine und Wälder.
Weinprobe
Nicht verpassen: Weinkellereien um Dolceacqua, bekannt für Rossese di Dolceacqua DOC. Empfehlungen: Cantina Sociale di Dolceacqua und Cantine Doria.
Rafting
Für Adrenalin-Liebhaber: Rafting im Nervia-Tal im Frühjahr und Herbst mit erfahrenen Guides. Touren von 2 bis 3 Stunden, ab ca. 12 Jahren. Reservierung empfohlen.
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